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29.03.2011
Von: Stefanie Bessler

Rückblick Weiße Rose Workshop

Bereits zum achten Mal in Folge veranstalteten wir zusammen mit der Evangelische Jugend München (EJM) unseren "Weiße Rose Workshop" an der Ludwigs-Maximilians-Universität. Zur Bildergalerie

München, 26.02.2011

103 Konfirmand/innen und Firmlinge im Alter von 13- bis 16 Jahren waren in das Auditorium der Ludwigs-Maximilians-Universität gekommen. Ruth Huber, Präses des BDKJ in der Region München, führte in das Thema ein und versuchte den Jugendlichen die Mechanismen des damaligen Terrorregimes zu verdeutlichen: „Menschen wurden sortiert. Es gab keinen plausiblen Grund, die Gesellschaft auseinander zu dividieren. Was macht dieses Aussortieren, andere Ausgrenzen oder selber ausgegrenzt sein, mit uns Menschen? Wann und wie werden wir auch heute mit solchen Situationen konfrontiert und wie können wir uns dagegen wehren?" Diesen Gedanken nachzuspüren und gemeinsam Lösungen für ein tolerantes und umsichtiges Miteinander zu finden, war Ziel dieses Workshoptages.

Nach einem kurzen Ausschnitt aus dem Film „Die letzten Tage der Sophie Scholl" stand am Vormittag ein Postenlauf auf dem Programm. An elf historischen Stationen in und um die Universität konnten sich die Firmlinge und KonfirmandInnen intensiv mit der Geschichte der Widerstandsgruppe Weiße Rose und den Geschwistern Scholl auseinandersetzen. Zu jeder einzelnen Station, versuchten die Schülerinnen und Schüler eine gemeinsame Lösung zur Beantwortung der Fragen zu finden.

Am Nachmittag bestand die Möglichkeit, Menschen Fragen zu stellen, die die Diktatur des Dritten Reiches hautnah miterlebt haben. In drei Gruppen schilderten die Zeitzeugen Regina Degwitz, Ernst Grube und Walter Joelsen jeweils ihre Erfahrungen während der Zeit des Nationalsozialismus. So erfuhren die Jugendlichen sehr anschaulich und konkret, welchen Grausamkeiten bestimmte Menschengruppen in dieser Zeit ausgesetzt waren. Der Zeitzeuge Ernst Grube, Sohn einer jüdischen Mutter und eines deutschen Vaters, berichtete von seinen Erfahrungen in einem jüdischen Kinderheim und der Deportation nach Theresienstadt. An den vielen Fragen der jungen Menschen und an ihren aufmerksamen und ernsten Gesichtern wurde deutlich, wie sehr das Geschilderte sie bewegte. Auf die Frage eines Jungen, wie schwer es war, das Erlebte zu vergessen, antwortete Ernst Grube: „Ich habe nichts vergessen, aber ich habe auch versucht, eine Zeit nicht mehr darüber nachzudenken". Er beschrieb sehr eindrucksvoll, wie sehr ihn das Gefühl der Ausgrenzung auch noch lange danach begleitet hat: „Der Wunsch dazuzugehören, hat alles überlagert." 

Eine gemeinsame Andacht in der Erlöserkirche bildete den Abschluss des diesjährigen Projekttages. Jeder der Anwesenden zündete eine Kerze für all jene an, die mit Diskriminierung konfrontiert waren und sind. Denn dieser Tag hatte allen Anwesenden vor Augen geführt, dass es auch in unserer Zeit noch Ausgrenzung und radikale Tendenzen gibt, denen man gemeinsam und entschlossen entgegentreten muss.


 

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